Feb
18
2009
0

Kurznachricht

20090228 – 1341 zehn neue Bilder und ein neues Video online (in „Tauchsafari (reloaded)“)

20090220 – zurück vom letzten Tauchtrip. Den Wracktag hab ich veröffentlicht. Morgen ist Strandtag. Mindestens der bebilderte Dienstag wird aber online gehen. 🙂

20090218 – 1446 weitere Bilder in Tauchsafari (reloaded)
20090218 – 0506 Erste Bilder sind jetzt zur Tauchsafari (Links in der Fischaufzählung) verfügbar. Weitere werden heute noch folgen.

20090218 – 0505 heute ist tauchfrei => komme endlich mal zum Schreiben und Bilder sortieren.

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Feb
23
2009
2

Kalt und grau

Bäh, was für ein Mistwetter. Sitze in der DB-Lounge im Frankfurter Hbf und warte auf meinen Zug nach Hannover. So die Bahn will bekomme ich dort den ICE nach Berlin und bin ca. halb eins zu Hause.

Aber irgendwie hab ich grad gar keinen Bock auf Deutschland. Nicht nur das Wetter ist hier unfreundlich. Die Menschen auch. Das fing schon in Kuala Lumpur an, als ein Hesse ständig herumlamentiert hat, warum das alles so lange dauern würde und warum man auf diesem vermaledeiten Flughafen so ewig weit laufen muss. Leider hat der dann auch noch im wieder nur schwach belegten Flugzeug in meiner unmittelbaren Nähe gesessen und sich mit Carlsberg-Bier die Kante gegeben. Klar, dass das sinnfreie, lautstarke Texten damit nicht aufgehört hat. Seine Frau saß leider ein paar Sitze entfernt am Fenster… Glücklicher Weise ist er dann nach einer Weile eingeschlafen und ich konnte somit auch ein paar Stündchen Ruhe finden. Weiter ging es mit einem anderen Pärchen am Gepäckband: „Nuu gugg dior des doch emol ann. Die scheen neun Goffor. Dodaal dreggisch un vaschrammt. Die gonnsde ouch glei wegschmeissn. Des hob isch noch nee erlebt. Nisch in zwonzisch Johrn.“ AU WEIA. Da ist doch tatsächlich die schöne neue Koffergarnitur dreckig geworden auf dem Transport. Genau wie das Gepäck aller anderen Passagiere auch. Un IMHO nicht übler als üblich. Wenn sie die jutstn Stügge hätten besonders schonen wollen, gibt es da noch die Möglichkeit, das ganze mit mehreren Lagen Schrumpffolie (Frischhaltefolie?) zu umwiggln. Hab ich bei anderen Koffern auch gesehen. Ganz unentspannt war auch der Transfer vom Terminal zwei zum Bahnhof in Terminal eins. Alle wollten gleichzeitig in den Bus und blieben natürlich unmittelbar am Eingang mit ihren dicken Koffern stehen. Und natürlich mussten auch alle noch mit genau diesem Bus mitfahren, obwohl der nächste schon dahinter bereit stand. Ein älteres Ehepaar hat dann auch einen tierischen Aufstand gemacht, als sie wieder aussteigen mussten, weil sie im Sichtbereich am Eingang gleich neben dem Fahrer standen.

Oh je. Wenn man direkt aus einer Region des Lächelns, Freundlichkeit und Gelassenheit kommt, kotzt einen sowas nur noch an. Der Tag fängt doch gerade erst an und alle haben doch wahrscheinlich noch Urlaub…

Ach ja: der Flug. Im Prinzip wie auf der Hinreise. Nur waren die Stewardessen diesmal wirklich hübsch. 😉 Und wir hatten ein wenig Verspätung, sodass ich durch den verpassten Anschlusszug eine Stunde später nach Hause komme (hoffentlich…)

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Feb
21
2009
0

SUOMI

Die gutsten Chalong Seaports – Divers brachten mich am Dienstag auf den Trip nach Racha Noi. Schon beim Transport mit dem Basis-Tuk-Tuk merkte ich, dass hier irgend etwas anders lief, als bei den anderen Tauchzentren. Die Flyer waren in einer komischen Sprache gehalten, die ich nicht kannte und die zusteigenden Taucher hatten so Namen wie „Jaska“ und „Kirsi“. In Chalong beim Shop angekommen, wurde mir dann klar, dass das ganze ein finnischer Laden war und es sich bei den Tauchern und den Guides außer mir und einem Franzosen alles um Finnen handelte. Auch die ganze Werbung und die Pläne und Notizen waren auf finnisch. Das Boots-Briefing und ebenso das für jeden Tauchgang durfte ich mir dann auch erst einmal in epischer Breite auf finnisch anhören, bevor einer der Guides das Ganze noch mal in drei englischen Sätzen zusammenfasste.

Nichtsdestotrotz war der Ausflug viel deutlich angenehmer, als die beiden Tage davor. Insgesamt waren mit den beiden Guides neun Taucher im Wasser. Vier Finnen tauchten für sich, sodass die beiden Guides für den Franzosen, eine Finnin und mich unter Wasser exklusiv zur Verfügung standen. Hinzu kam, dass wir meistens das einzige Boot am Tauchplatz waren, oft haben wir auch trotz passabler Sichtweite von streckenweise 25m die andere Gruppe nicht gesehen. Zusammen mit einer entspannten Tauchgangsführung, die aufgrund des gewählten Konzepts – erfahrener Guide vorneweg, danach wir drei Touris, als Nachhut ein ebenfalls fotografierender und damit für daraus resultierende Verzögerungen verständiger Aufpasser – sehr effektiv war.

Leider waren die Tauchgänge nicht ganz so effektiv: der Manta-Wartepunkt Racha Noi war – wahrscheinlich aufgrund mangelnder Strömung ein wenig unterbevölkert. Immerhin konnte ich zwei neue Artensichtungen (neu für diesen Urlaub, woanders immerhin schon mal gesehen) verzeichnen: eine recht passive Sepia (Kopffüßer) und eine kleine Scholle.

Das Highlight des Tages beim zweiten Tauchgang war in dreifacher Hinsicht eine Überraschung:
1) Es handelte sich um eine Fischart, die recht selten und seltsam ist.
2) Normaler Weise bewegt sich dieser Fisch GAR NICHT. Nicht einmal, wenn er gestresst wird, z.B. durch herumfuchteln vor seiner Nase oder gar Berührungen. Letzteres könnte für den unbehandschuhten Taucher, der das mit der Hand versucht, die einzige Begegnung seines Lebens mit dieser Spezies sein. Er ist nämlich hochgiftig: das in den Rückenflossenstacheln sitzende Gift ist extrem schmerzhaft und kann auch für den Menschen tödlich sein. Ich konnte ihn jedoch in Bewegung beobachten. Wobei hier nicht schwimmen gemeint ist. Das macht ihn eben so seltsam. Er kriecht mit Hilfe seiner Brustflossen auf dem Meeresgrund vorwärts.
3) Der notorische Einzelgänger war zu zweit un zwar mit einem Kind unterwegs.
Das Video dieser kleinen Steinfisch-Familie kann man hier betrachten.

Sonst war in der „Banana Bay“ allerdings nicht viel los. Den Grund dafür konnte ich auf dem Meeresboden nachvollziehen: ganze Felder von Korallenbruchstücken mit max. 10cm Länge. Aus Erzählungen auf den Booten wusste ich, wie die Zustande kamen: exzessive Dynamitfischerei, das letzte mal wohl vor gut einem Jahr. Zum Abschluss des Tauchgangs dann doch noch ein Hailight: zwei Blaupunkt-Stechrochen verschwanden in entgegengesetzten Richtungen von unserem Aufstiegspunkt. Ein Video war leider auf die Schnelle nicht möglich, jedoch gelang mir dieses Flugbild.

Den dritten Tauchgang an diesem Tag konnte ich nicht mehr so recht genießen: die letzten sieben Tage Dauertauchen (24 TG bis hierhin) steckten mir in den Knochen und ich war dermaßen erschöpft, dass ich Anzeichen einer Magen-Darm-Grippe feststellen musste. Meine Verdauung war schon den ganzen Tag nicht in Ordnung, totale Müdigkeit und Abgeschlagenheit wirkten als Spaßbremse, jeder Tauchgang kam mir kälter vor (mein Tauchcomputer bescheinigte mir aber konstante Wassertemperaturen zwischen 27 und 31°C). Zum Schluss setzte ich sogra die Kopfhaube meines zweiteiligen Anzugs auf und erlitt dennoch Schüttelfrostanfälle unter Wasser. Wieder aus dem Wasser trank ich bei 32° im Schatten einen heißen Tee, der mich langsam wieder aufwärmte. Eine Paracetamol tat dann fürs erste den Rest. Im Appartement hatte ich in meiner Reiseapotheke glücklicher Weise exakt die passenden Medikamente, da mich das gleiche auch kurz vor der Abreise in Deutschland ereilte. Schon am nächsten Morgen (dem Ruhetag) waren alle Symptome verschwunden.

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Feb
20
2009
2

Ein König am Montag

Wieder unterwegs mit den Seebienen. Die Abholung klappte deutlich besser: nicht einmal 10 Minuten Verspätung. Ich denke das ist in diesem Land durchaus im Bereich des Pünktlichen. 😉 Weitere Suchaktionen erfolgten diesmal nicht – ich war der letzte Kunde…

Zum Boot brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben, dasselbe wie gestern. Aufgrund der etwas geringeren Teilnehmeranzahl sprangen jetzt alle zur gleichen Zeit ins Wasser. Mein Buddy und ich waren trotzdem immer die letzten im Boot (trotzt meiner 12l-Flasche – viele hatten 15l-Monster auf dem Rücken).

Kings Cruiser – Day sollte das werden. Aufgrund von Gezeitenströmung konnte der Vormittagstauchgang nicht am Wrack stattfinden. Statt dessen wurde der Shark Point angefahren, der eigentlich gestern Vormittag statt des ollen Koh Dok Mai – Tauchgangs auf dem Plan stand. Ich war trotzdem zufrieden, denn hier konnte ich wieder einen schlafenden Leopardenhai, diesmal mit mehreren Putzerfischen, beobachten, der Guide (wieder „Art“ wie gestern) fand den super seltenen Anglerfisch, ein weißes Seepferdchen (leider ohne Foto, weil es sich tief in den Fächern einer Koralle verschanzt hatte) und eine Höhle mit Ammenhaien (den zweiten habe ich unter Wasser gar nicht bemerkt, sondern erst auf dem Foto gesehen).

Ein weiteres Hailight kam zum Schluss: Der Guide tauchte mit einem Gruppenmitglied ohne Luft auf (die Amerikanerin atmete schon aus seinem Gerät) und kam wohl nach den gestrigen vier Tauchgängen mit mir zum Schluss, dass ich den Rest auch allein bewältigen könnte. Natürlich nutzte ich die Chance, wieder deutlich tiefer in kälteres raubfischreicheres Wasser zu tauchen. Mein Buddy, ein Engländer hatte eine 15l-Nitrox-Flasche und noch >80 bar drauf, mein Computer zeigte mir noch 68 bar Restdruck in meiner Flasche => mehr als genug, um in den letzten 12 Minuten zu veratmen. Prompt fand ich auch mehrere kleine und größere Muränen.

Da die Strömung beim Umtauchen des Felsens plötzlich zu stark wurde, um dagegen anzuschwimmen, beschloss ich, in Richtung des im Briefing angegebenen Ausstiegspunktes, der im Strömungsschatten lag, aufzusteigen. Auf Sicherheitsstopptiefe (hier: 5m) zwischen zwei Felsen passierte dann das wirklich Wunderbare: in 15m Entfernung erblickte ich einen frei schwimmenden Leopardenhai. Schnell die Kamera angeworfen, die Tarierung für aufrechtes Schweben optimiert und heraus kam dieses Video (Quicktime-Format). Der ca. 2,5m große Fisch schwamm tatsächlich weiter in meine Richtung, ganz dicht an mir vorbei!

Beendet habe ich den Tauchgang ganz vorschriftsmäßig mit drei Minuten Halt auf 5m mit gesetzter Boje (wichtig, weil mehrere Tauchboote gleichzeitig vor Ort sind und kreuz und quer, teilweise mit Zodiacs fahren, um ihre Taucher einzusammeln). Ich denke, meine eigene Boje war auch mit ein Grund, dass ich den TG allein beenden durfte. Dies war das erste Mal, dass ich sie wirklich brauchte und sie sich auch gleich bezahlt gemacht hat.

Am Nachmittag konnte ich nun endlich das Wrack in Augenschein nehmen. Obwohl es gerade mal knapp zehn Jahre unter Wasser liegt, ist es schon ziemlich stark beschädigt. Ich denke, auch hier hat der Tsunami einiges beigetragen. Aber es gibt trotzdem schöne Bereiche, wo man gefahrlos durchtauchen kann und auch stabile Deckteile, wo Innenraumerkundungen möglich wären. Da ich meine Tauchpartner aber nicht wirklich kannte und einschätzen konnte, habe ich diesmal darauf verzichtet. Allein wollte ich das nun doch nicht durchziehen. Dazu waren die Bedingungen für etwaige Hilfeleistungen/Rettungen zu
schlecht (Sicht, Tiefenströmung).

Der ganze Ablauf am Wrack war insgesamt recht chaotisch, kam mir aber sehr entgegen. 😉 Der Abstieg erfolgte gemeinschaftlich an der Mooring-Leine, danach begann aber das „Desaster“: ich setzte mich kurz von der Gruppe ab, um (in Sichtweite) durch einen kleinen Wrackteil zu tauchen, der nach einer Seite hin fast komplett offen war. Während des Videodrehs verlor ich die Anderen kurz aus den Augen. Als die 32s Aufnahmezeit vorbei waren, konnte ich nach dem Heraustauchen auf das Oberdeck keines meiner Gruppenmitglieder mehr sehen. Es waren natürlich noch mehr als genug andere Taucher anwesend, allein hab ich mich bestimmt nicht gefühlt. 😉 Da ich den Tauchplan vom Briefing her noch im Kopf hatte, setzte ich den Tauchgang in der Weise fort, dass ich die Gruppe schnell hätte wiederfinden müssen. Als ich am anderen Ende
des Wracks nach mehr oder weniger zügigem Schwimmen angelangt war, wurde mir klar, dass sie irgend etwas anderes gemacht haben mussten. In diesem Moment freute mich das, konnte ich doch endlich so tauchen, wie mir das von vornherein vorschwebte: kurze Wrack-Penetrationen, längerer Aufenthalt am Bug bei starker Tiefenströmung um ein Video mit den dort liegenden ACHT FEUERFISCHEN AUF EINEM HAUFEN zu drehen (bitte mitzählen und beachten, wie die Kameraden schön in der Deckung der Deckaufbauten geschützt vor der Strömung ruhen). Auf einmal tauchten auch zwei weitere Gruppenmitglieder dort auf: mein Buddy und die Amerikanerin. Der Weg dorthin war schon arg strömungslastig und so wie ich das Heranschwimmen beobachten konnte, haben sich die beiden auch immer schön ein/zwei Meter über dem Deck in der vollen Strömung aufgehalten. Ein kurzer Blick auf ihr Finimeter zeigte mir, dass ihre Luft schon wieder kurz vor Reserve (50 Bar) war. Glücklicher Weise war ein verantwortlicher Guide direkt in der Nähe, der sie zurück und an die Oberfläche geleitete. So konnte ich mit meinem Buddy den Tauchgang doch noch wunschgemäß beenden: immer nur die Abschnitte im Strömungsschatten geschwommen und durch ein paar Räume getaucht, bei denen man den Ausgang beim Eingang sehen konnte.

Zurück an der Oberfläche, nach planmäßigem Ende und Ausstieg erfuhren wir, dass der andere Engländer einen Panikanfall aufgrund von Kreislaufproblemen hatte. Er wurde mit Sauerstoff versorgt und kurze Zeit ging es ihm wieder viel besser. Der Grund für seinen Ausfall war auch schnell gefunden: die 0,5l-Wasserflasche, die jedem Taucher zur Verfügung stand und ständig mit frischem kühlen Wasser von einer Zapfanlage nachgefüllt werden konnte, war bei ihm nur halb leer – nach seinem Bekunden in Originalbefüllung. Er war folglich total dehydriert, hat natürlich neben dem Tauchen noch ordentlich geraucht und Kaffee getrunken.

Manche Leute lernen eben erst mit Schmerzen. 😉

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Feb
18
2009
0

Super Sunday

Schon wieder recht früh aufstehen. Abholung sollte 7:15 sein, also 6:30 aus dem Bett, Badtätigkeiten, Tauchsachen wieder zusammenmontieren (Kamera, Lampe)… Pünktlich stand ich draußen am Straßenrand und begann zu warten. Nach dem akademischen Viertel ging ich wieder zu meinem Appartement (5 Min. Berg hoch mit dem ganzen Gerödel (ca. 25kg) und holte mir die Telefonnummer der Basis aus meinen Unterlagen. Wieder den Berg runter und eine öffentliche Telefonzelle gesucht (kein Telefon im Appartement). Inzwischen sind wir schon bei 25 Min. ohne dass die Seebienen (www.sea-bees.com) sich hatten blicken lassen. Nach ein paar weiteren Minuten Wartens auf das besetzte Telefon war ich endlich an der Reihe und wollte gerade wählen, da kam ein Tuk-Tuk mit „Sea Bees Diving“-Aufschrift vorbei. Rangewunken, Sachen aus dem Appartement abgeholt und ab gings mit einer halben Stunde Verspätung. Hätte ich das gewusst: länger Schlafen wär schon schön gewesen. Auch danach lief nicht alles reibungslos. Der Fahrer konnte das Hotel des letzten aufzusammelnden Tauchers nicht finden und so wurden weitere 20 Minuten in den Sand gesetzt.

Eine weitere Stunde später auf dem Boot angekommen, war ich erst einmal erschrocken über die Außmaße des Tauchdecks und die Anzahl der Taucher darauf. Das Ganze war auf Massenabfertigung ausgelegt. Eine große Bar, mehrere Esstische, schätzungsweise 50 Plätze für Tauchausrüstungen. Genau in diesem Stil ging es auch weiter. Sehr professioniell – das steht außer Frage. Hier klappte alles wie am Schnürchen. Aber trotzdem unpersönlich und ungemütlich. Ich wurde einer kleinen Gruppe von drei Tauchern zugeteilt, der Guide war ein 19jähriger Thai mit einer lustigen Aussprache und netten Formulierungen. 😉 Während er über Wasser alles im Griff hatte, merkte man ihm unter Wasser die mangelnde Erfahrung des öfteren an:

  • Sein ihm zugeordneter Buddy machte, was er will. Das darf er ja in den vorher gesetzten Grenzen auch, schließlich ist er der Kunde. Nur muss sich der Tauchgangsführer dann um ihn kümmern und außerdem die Tauchgangsführung, die örtlichen Verhältnisse (Tiefe, Strömung, Luft der Gruppe und Ereignisse (Sehenswürdigkeiten, Schwärme, andere Tauchgruppen)) im Auge behalten und für den Zusammenhalt des Rests der Gruppe sorgen.
  • Er zog einfach strikt den vorgesehenen Ablauf durch und ließ des öfteren (gerade bei den Drift-Tauchgängen mit schlechter Sicht/Nachts und starker Strömung) den Kontakt zum Rest der Gruppe abreißen. Während mir das egal war, da ich das ganze zur Not auch allein hätte durchführen können, haben sich die anderen Gruppenmitglieder zwischenzeitlich auf anderen Tiefen vorbeitreibenden Gruppen angeschlossen, bis unser Guide sich tatsächlich einmal umsah und nachdem er bemerkt hat, dass er ganz allein war, seine Schäfchen wieder einsammelte.
  • Er fand zwar alle markanten und für den Tauchplatz typischen „Sehenswürdigkeiten“ (Seepferdchen/Anglerfisch/Leopardenhai/…), hat aber darüber hinaus nur wenig zusätzliches geliefert. Die meisten Muränen/Feuerfische und Drachenköpfe habe ich der Gruppe gezeigt, während er schon längst ganz woanders war.
  • Auch der Gesamtablauf war für mich wenig vorteilhaft:

  • die Briefings waren alle in Englisch, obwohl genügend deutsches Personal an Bord war (nur eben für andere Gruppen)
  • alle Taucher wurden in zwei „jump groups“ aufgeteilt, die für alle Tauchgänge fix waren. Meine Gruppe war der zweiten Welle zugeordnet und machte sich erst fertig, nachdem die Ersten ins Wasser sprangen. Das hatte mehrere Nachteile:
      – das Anrödeln war ziemlich hektisch, da darauf gedrängt wurde, den Gesamtablauf nicht zu verzögern
      – schlimmster Punkt: ich durfte durch Gebiete tauchen, wo bereits ein großes Rudel durchgezogen war. Entsprechend war Sediment aufgewirbelt und noch viel schlimmer: interessante Spezies, die allergisch auf Betrachtung und viele Taucher reagieren, waren nicht mehr anzutreffen.
      – die Tauchzeit war von vornherein auf 60 Minuten begrenzt. Jede Wette, dass in der ersten Welle aufgrund des Zeitvorsprungs von ca. 10 Min. auch längere TGs drin waren.
  • vom Büffet war nach dem Abrödeln und Versorgen des Materials, Duschen, abtrocknen und Umziehen nicht mehr viel übrig, da die Ersten schon mit einer guten Viertelstunde Vorsprung bereits teilweise ihren Nachschlag abgeholt hatten.
  • der Nachttauchgang begann schon um 18:49, als die Dämmerung gerade einsetzte. Viele der nachtaktiven Tiere, die man bei einem derartigen Unterfangen sehen will, beginnen ihre Aktivität gerade erst und haben zu diesem Zeitpunkt ihre Tagesverstecke/-regionen noch nicht verlassen.
  • Die Tauchgänge selbst waren in Relation zu den Similan Islands im Hinblick auf Sichtweite, sowie Artenvielfalt- und Umfang bescheiden. Immerhin bekam ich eine neue Spezies zu sehen: die Wurzelmundqualle, konnte endlich ein Frontal-Porträt von einem schlafenden Leopardenhai machen und zwei Prachtsternschnecken beim GV beobachten.

    Die Mittagspause vor Leonardo DiCaprios „The Beach“ war ein wenig ernüchternd. In Realität und nach dem Film vom Massentourismus überrollt, wirkt das Ambiente nicht mehr so traumhaft.

    Alles in allem eine lehrreiche Erfahrung. Tauchen muss man hier nicht unbedingt, jedenfalls nicht, wenn man auch die nördlichen Inseln befahren kann – und schon gar nicht mit so einem Riesen-Boot.

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    Feb
    16
    2009
    1

    Tauchsafari (reloaded)

    Wow, was für ein Trip! Über VIER TAGE an nichts anderes denken, als an TAUCHEN TAUCHEN TAUCHEN. Vier mal täglich. Aufstehen um 7:15, Besprechung immer eine halbe Stunde vor dem Tauchgang, ins Wasser springen um 8, Frühstück um halb zehn,TG 2 um 11, Mittag um 12:30, TG 3 um 14:30, Kaffee um 16 Uhr, Nacht-TG um 19 Uhr. Dazwischen Logbuch schreiben, Ausrüstung warten, Fotos sichern und begutachten, über vergangene Erlebnisse fachsimpeln, manchmal ein wenig schlafen, Abends ein/zwei Bier trinken, einen schönen Film (viele Planet Earth – Teile) sehen und spätestens um 23 Uhr ins Bett.

    Das Essen war immer sehr gut. Vor dem ersten TG gab es Kaffee (richtiger Kaffe aus dem Vollautomaten!),Toast und Müsli. Immer verfügbar waren Säfte, Kaffee, Tee, heißes und kaltes Wasser. Nach dem “early morning dive” wurde ein richtiges kontinentales Frühstücksbüffet kredenzt: Rührei mit Tomaten, Spiegelei, gebratener Schinken, Wiener Würstchen, Vollkornbrot, Butter, Honig, Toast, Marmelade, Obst,… Das Mittagessen nach dem zweiten TG bestand generell aus einer Vorsuppe und Salat, der Hauptgang sowohl typisch Thai, als auch europäisch (z.B. Gulasch mit Paprika und Kartoffelbrei). Dazu immer noch eine Gemüseschale (Brokkoli, Tomaten, Mais, Bambus, Paprika,…). Zum Kaffee nach TG3 wurde entweder etwas gebackenes (Kuchen) oder frittiertes (so eine Art Zwieback mit Schweinefleisch oder Pommes) oder gebratenes (Eierkuchen mit verschiedenen Saucen/Nutella). Nach dem Nacht-TG wurde im Prinzip ein zweites Mittagsbüffet aufgebaut. Meist noch etwas deftiger. Zugenommen habe ich nach eigenem Empfinden aber nicht. Der Tagesablauf schlauchte doch ganz schön.

    Nun aber zum eigentlichen: dem Tauchen. An den ersten drei Tagen hatte ich das Gefühl, die Tour ist so aufgebaut, dass die Intensität der Eindrücke/Erlebnisse ständig ansteigt. Ständig waren der eigenen Logbuch-Datenbank neue Fischarten hinzuzufügen,wurden neue Superlative in Hinsicht Art und Anzahl der Spezies aufgestellt, waren die Tauchgänge angenehmer, anspruchsvoller und erfolgreicher, was die Fotoausbeute angeht. Der vierte Tag verlief nicht ganz so glücklich. War der morgendliche Tauchgang noch interessant hinsichtlich der Leopardenhaie (zwei nebeneinander ruhend auf 43m), einer stattlichen Ansammlung von Feuerfischen (sechs auf einem Haufen, normaler Weise Einzelgänger) und zwei Octopussen in geringer Entfernung voneinander, verlief der zweite sehr ruhig und nahezu ereignislos. Die eigentlich erwarteten Mantas wollten sich in den ganzen 77 Minuten nicht zeigen. Die Landschaft war aber ganz nett und es gab viele Kleinfischschwärme mit tausenden Tieren. Nur eben keine Jäger. 🙁 Der Wracktauchgang war wieder erfolgreicher, ich bekam endlich vernünftige Schnappschüsse von Leopardenmuränen, auch Weißaugenmuränen, sogar paarweise. Aber wieder keine Jäger an den vom Tsunami auf dem Meeresboden verteilten Schiffsteilen, die von tausenden und abertausenden Fischen bevölkert waren. Auch leider kein Steinfisch, andere aus der Tauchgruppe haben sogar drei gesehen. Die Sicht war für hiesige Verhältnisse dermaßen besch***eiden, dass manche deutsche Seen da ganz locker mithalten können (vielleicht 7m). ABER: bis hierhin: Haie, Schwärme von Barrakudas, Schildkröten, jagende Makrelenschwärme, Feuerfische, Drachenköpfe, Octopusse, Lobster, Shrimps, Papageienfische, diverse Muränenarten, Drückerfische, Anglerfische, Röhrenaale, Zackenbarsche, Fangschreckenkrebse, Seepferdchen, Trompetenfische, Japaner beim Gruppenfoto unter Wasser, Clownfische (Nemos) 😉 , Seeschlangen (auch mit Video), Kugelfische, Rochen, Einsiedlerkrebse, Hornhechte, Napoleonfische, Krabben, Wimpelfische,… Und alles nicht nur einmal! Ohne zu übertreiben kann ich behaupten, dass ich hier die besten Tauchgänge meines Lebens hatte. Und das nicht zuletzt dank des erfahrenen und zuvorkommenden Guidings der Eden Divers. Besonders erwähnen möchte ich hier meinen Buddy Vladi, der immer ein gutes Auge für die “Sehenswürdigkeiten” hatte und Karin, die jeden Platz wie ihre Westentasche kennt und auch sehr kleine und seltene Dinge wie Seepferdchen (wieder)findet.

    Die Ausstattung und der Aufbau befindet sich hier. Da das Schiff nicht ausgebucht war, bewohnte ich eine relativ geräumige Doppelkabine (Nr. 7 <- die Zahl scheint mich zu verfolgen…) mit Klimaanlage und hinreichend großem Bett ganz allein - genug Platz für mein Gerödel. Sogar Strom war in der Kabine! Die zwei Steckdosen brauchte ich auch, um abwechselnd bzw. teilweise parallel meine Lampe, die Akkus für meine UW-Kamera und mein Laptop zu laden. Die Klimaanlage hat nichts getaugt, aber ich hätte sie wahrscheinlich sowieso nicht verwendet. Das Risiko, deshalb wegen Schnupfens nicht tauchen zu können, ist ziemlich hoch. Jegliches Schuhwerk ist verboten auf dem Schiff, wie auch auf sämtlichen anderen Schiffen, auf denen ich bisher hier war. Ebenso sind vor vielen Läden (Internet-Café, Massagepraxis,…) die Schuhe auszuziehen. Das scheint eine lokale Eigenart zu sein, von der ich bisher noch nichts gelesen habe. Auch Wohnungen sind ausschließlich barfuß zu betreten. Mit meinem Appartement verfahre ich inzwischen ebenso, nehme aber im Gegensatz zu den anderen Gästen aus den Nachbarappartements meine Latschen mit hinein. Wenn die wegkommen, bin ich aufgeschmissen. In meiner Schuhgröße werde ich hier wohl nichts finden. Diesen Effekt hatte ich schon einmal auf Gozo(Malta). Eine Erlebnis, auf dessen Wiederholung ich sehr gern verzichte. Im Gegensatz zu den sehr glatten, glänzenden Steinfliesen hier im Appartement und den beschriebenen Einrichtungen ist das Boot fast komplett mit einem gummierten und strukturieren Fußboden ausgestattet. Damit hat man auch mit nassen Füßen bei Wellengang einen ziemlich sicheren Halt. In den unteren Kabinen (so auch in meiner) war es nachts leider nicht besonders leise, da der Generator 24/7 lief. Mit Ohrenstopfen konnte ich das ganz gut aushalten. Empfindlichere Naturen verzogen sich auf das Sonnendeck und schliefen in Ruhe bis zum Sonnenaufgang an der frischen Luft. Letztere bekam ich auch durch das große Kabinenfenster, wenn auch nicht ganz so reichlich. 😉

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    Feb
    10
    2009
    0

    Immer am Strand lang

    Da war er also. Der Strand von Patong. Wenn das der Grund gewesen waere, warum ich hier her gereist bin, muesste ich jetzt wohl vor Aerger eingehen:

    Vielleicht 30m breit, schoener sauberer Sand, 5 Reihen (in Worten: =FUENF=) Liegestuehle, sehr warmes Wasser, arg eingegrenzt von Bojenketten, um verstaendlich zu machen, bis wohin die Jagdflaeche der Jetski-Hirnies geht. Fliegende Handler, die einem staendig irgendwelchen Tand andrehen wollen, Liegestuhl mit Schirm fuer 100 Baht/Tag.

    Mehr muss ich nicht schreiben. Kennste einen, kennste alle.

    Erwaehnenswert ist immerhin die Strandpromenade, vom Sand durch eine vielbefahrene Strasse abgetrennt.

    Hier befinden sich die unterschiedlichsten Thai-Garkuechen, wo man auf vielen hundert Metern aus den unzaehligen Gerichten waeheln kann. Frisch zubereitet, sehr lecker und relativ zu uns ziemlich preiswert: fuer ein grosses (>0,5l) Bier, einen gegrillten Haehnchenschenkel (doppelt so gross wie bei uns) und einen Haenchenfleischspiess, ebenso vom Holzkohlegrill habe ich ca. 3 EUR bezahlt.

    Auf Empfehlung der Basis war ich nach dem Strand in einem kleinen Spa und habe fuer 300 THB (<7EUR) eine sehr gute 70minuetige Thaimassage genossen. Die war wirklich ausgezeichnet und hat besonders meinem von der langen Reise schmerzenden Ruecken und Nacken sehr gut getan. Eine echte Perle im Kontrast zu den hunderten Massagesalons und Strandeinrichtungen, bei denen man wahrscheinlich alles, nur keine vernuenftige Massage bekommt. 😉

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    Feb
    09
    2009
    0

    Flug Kuala Lumpur – Phuket

    Zum Flug nach Phuket ist nicht all zu viel zu erzählen. Die Maschine war sehr viel kleiner, die Sitze unbequemer, der Service eingeschränkter – fast alles vergleichbar mit deutschen Inlandsflügen. Bis auf das Essen. Wieder für europäische Verhältnisse sehr umfangreiches Menü:

    – Hühner-Curry-Reis (warm)
    – Brötchen mit zwei Marmeladen und Butter
    – Rosinenkuchen
    – Obstschälchen
    – Schokoriegel
    – Carlsberg-Bier (oder irgend ein anderes Getränk inkl. Wein)
    – (Instant)Kaffee/Tee

    Die Landung war noch etwas verzögert. Bis zu einer freien Landebahn vergingen noch weitere Minuten, sodass sich eine Gesamtverspätung von 1,5h ergab. Das Einreise- und Baggageclaim-Prozedere ging sehr zügig, nicht zuletzt wahrscheinlich deshalb, weil mein Gepäck durch das „One-Shot-Through-Feature“ mit als erstes eingecheckt und damit(?) auch mit als erstes auf dem Band lag. Auf dem Weg zum Ausgang und besonders an selbigem wurde ich von Heerscharen von Taxifahrern angegriffen. Mit selbstbewussten Handbewegungen (ich kannte das in verminderter Form schon von Malaysia) konnte ich sie jedoch abwehren.

    Draußen angekommen sah ich dann auch sofort das erwartete Schild mit „WELCOME Mr.Uwe – Eden Divers Phuket“ darauf. Ein sehr freundlicher Thai von der Basis fuhr mich dann nach Patong Beach, direkt zum Basisbesitzer Franky ins befreundete Restaurant „Toy Residence Restaurant“. Nach einem schönen kühlen Bier und einem netten Schwätzchen mit Franky und Karin (der guten Seele der kommenden Safari) bekam ich meine Schlüssel und wurde zu meiner Unterkunft – „Toy Residence Studio“ gefahren. Ein schönes Zimmer mit Doppelbett, Klimaanlage, Küche, großem Kühlschrank, schönem Bad mit Dusche, Balkon und theoretisch einem großen Fernseher, praktisch ein sperriger Kasten mitten im Zimmer. 😉 Nach einer Dusche fiel ich sofort ins Bett und schlief bis um 9 am nächsten Morgen…

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    Feb
    09
    2009
    0

    KLCC

    Den Transfer zwischen Flughafen und Kuala Lumpur habe ich mit dem KLIA-Express genossen. 28 Minuten für eine Strecke – konkurrenzlos schnell. Hab gelesen, dass es mit Taxi gerade morgens auch bis zu 1,5h dauern kann. Konkurrenzlos ist allerdings auch der Preis: 35 RM (1 EUR=4,5 RM) für eine Strecke ist vielleicht billiger als Taxi allein, in KL Sentral (ja, tatsächlich mit „S“) habe ich Busangebote (Reisebus mit Klimaanlage) für 9 RM / Richtung gesehen… ICE-Geschwindigkeit erreicht der „Express“ auch nicht, vielleicht RE-Niveau. Am Sentral-Bahnhof musste ich zwecks Orientierung ein wenig herumlaufen. An einer Bushaltestelle 300m weg konnte ich endlich mal einen Stadtplan und die entsprechenden ÖPNV-Verbindungen studieren. Ich hätte im Bahnhof bleiben sollen und einfach ein paar Etagen höher den „roten“ LRT nehmen sollen. Also wieder zurück und ein Ticket erworben. Am Geldautomaten gab es nur 50 RM-Scheine, der Ticketautomat nahm aber maximal 5RM-Noten. Komisch. Also zum Schalter und eine Fahrkarte nach KLCC (Kuala Lumpur City Central) verlangt. 80 irgendwas, also 0,8 RM (fast 18 EuroCent) sollte der Spaß kosten. Jetzt wurde mir auch die Limitierung des Automaten klar, der Tresenkasper hat mich komisch angeschaut, mir aber dann die vielen Noten ausgehändigt (u.a. 9 1RM-Noten).

    LRT=LightRailTrain ist das gleiche Gefährt wie sein gleichnamiges Pendant in London bzw. eine U-Bahn in Berlin, vielleicht ein wenig breiter als der Telekomexpress in Bonn (nur zur Anschauung für die weit über D verteilten Rezipienten) ;-). Hier allerdings klimatisiert und niedriger. Ich stand schön in direkter Zugluft der Deckenanlage. Eiskalt kommt einem die vor, so extrem wie bei uns im Winter die Heizung in der Straßenbahn, die auch zwischen den Stationen soviel heizen muss, damit die Temperatur nach dem Stationshalt mit geöffneten Türen immer noch akzeptabel ist.

    Es sind nur ein paar Stationen bis KLCC, nach dem Aussteigen stand ich direkt an den Petronas-Towers. Um zum Checkin für die Skybridge zu gelangen, muss man auf die entgegengesetzte Seite des Gebäudes. Am besten mitten durch – die unteren Geschosse sind ein riesiges Einkaufszentrum – fast ausschließlich Luxusmarken. Endlich angekommen im 1.UG, stellt man dann fest, dass es eine ganz blöde Idee ist, Montags hierher zu kommen: Ruhetag! Wenigstens konnte ich ein paar Bilder von außen schießen (demnächst in diesem Artikel), der Himmel war leider noch immer grau, sodass die Stimmung ein wenig düster scheint. Heiß war es trotzdem. Und schwül. Auf dem Fußmarsch zum Fernsehturm kam ich mit meinem 10kg-Rucksack dann auch schon nach kurzer Wegstrecke ins schwitzen. Eine Viertelstunde – dann steht man am Fuße des 425m-Riesen. Wirkt auch nicht viel größer, als der Berliner Fernsehturm, man kann auch nicht aus einer größeren Höhe runterschauen (glaub ich). Für 38 RM fährt einen der Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform in 250m Höhe. Die Aussicht war annehmbar. Dunst verhinderte die ultimative Fernsicht, den zentralen Teil der Stadt konnte man aber gut überblicken. Während meines Aufenthaltes begann es langsam aufzuklaren und die Sonne kam gelegentlich durch die Wolken. So bekam ich die Gelegenheit die Petronas-Towers auch mit ein paar Lichtreflexen zu fotografieren. Wieder unten angelangt, verschwanden die Wolken völlig und der sonnige Teil des Tages begann. Es wurde also noch ein gutes Stück wärmer, aber auch, zumindest gefühlt, etwas weniger feucht.

    Wieder mit dem LRT ein paar Stationen zurück Richtung KL Sentral ging es zur Besichtigung des Merdeka Square. Dies ist ein sehr großer, rasenbedeckter rechteckiger Platz, auf dem ein riesiger Fahnenmast steht. Mit >100m der höchste der Welt. Auf der Seite des Mastes steht am Rand ein Gebäude, dass sich nicht so recht in das orientalisch/muslimische Ambiente einpasst: der ehemalige Verwaltungssitz des britischen Gouverneurs. Ein sehr gut erhaltenes und gepflegtes Relikt aus der Kolonialszeit Malaysias.

    Auf dem Rückweg zur Bahnstation bin ich noch durch das angrenzende muslimische Marktviertel geschlendert. Das ganze scheint in thematisch halbwegs homogene Zonen aufgeteilt zu sein. Interessant fand ich besonders die schmalen, aber langgezogenen Stoffgeschäfte, wo man teilweise auch schneidern lassen konnte. Die schon am Eingang gebotene Vielfalt an Mustern und Farben war beeindruckend. Natürlich gab es auch einen auf Touris abzielenden Teil, wo es die üblichen Shoppingartikel wie Schmuck, Sonnenbrillen, Lederwaren, Taschen und Rucksäcke, T-Shirts und andere Oberbekleidung. Natürlich nur die TOP-Marken! 😉 Da hingen beispielsweise drei bis auf Farbe und Logo identische Rucksäcke von „North Face“, „Adidas“ und „Nike“ direkt nebeneinander.

    Nach ausgiebiger Bummelei und erschöpft von Hitze und Wegstrecke mit dem Rucksack, den ich wohl besser bei einer Gepäckaufbewahrung gelassen hätte, kam ich eine Stunde vor Boardingbeginn auf dem Flughafen an, inzwischen dank Klimaanlage in Bahnhof, Zug und Flughafen wieder auf Normaltemperatur. Und was musste ich sehen? „MH 790 – DELAY – 45 Min“. Zum Glück haben die im Wartebereich nach der Sicherheitskontrolle ein paar sehr nette Sitzgelegenheiten, die man fast als Liegestühle bezeichnen könnte: sehr stark in Richtung Horizontale geneigte Lehnen und in angegliedertes Fußteil, leider wohl abgestimmt auf die ansässige Bevölkerung – meine Waden konnten immerhin gut gepolstert ruhen. Aus den 45 Minuten wurde dann eine gute Stunde bis zum Boarding und dann noch mal ein Weilchen im Flugzeug bis zum Start…

    Feb
    09
    2009
    7

    Über den Wolken

    mit Malaysia Airlines. Da hat die Werbung doch nicht zu viel versprochen: das Service-Personal ist echt das Beste, was ich bisher erlebt habe:
    – rücksichtsvoll, zuvorkommend, aufmerksam (wie gute Kellner), freundlich (z.B. wurde ich darauf hingewiesen, dass sich die Kaffeebereitung verzögert, da wg. Flugsituation momentan nicht möglich -> Angebot eines anderen Getränkes, das umgehend am Platz war -> später Entschuldigung dass es mit dem Kaffee ein wenig gedauert hat). Es gab auch keine „Service-Zeiten“ mit Wagen, sondern Dauerbedienung. Ok, das Essen kam auf Rädern, aber dafür sehr lecker, vielseitig und mit einem akzeptablen Wein dazu.

    Gesessen habe ich auch fantastisch am mittleren Notausgang mit maximaler Beinfreiheit. Darüber hinaus war auch der Platz neben mir frei (wie ca. 3/4 des Flugzeuges), sodass ich auch rechts (fehlender Sitznachbar) und links (Gangplatz) viel Bewegungsfreiheit und Ablagefläche hatte. Auch die übrigen Sitze erschienen mir hinsichtlich der Beinfreiheit und Bequemlichkeit (Polsterung, Breite) recht komfortabel. Die maximale Lehnenneigung übertraf auch alles, was ich bisher hinnehmen musste.

    Einziger Wermutstropfen war die Triebwerknähe. Der Geräuschpegel der Turbinen und das Windrauschen bei 900 km/h ließen bei mir während meiner Einschlafbemühungen kurzzeitig den Gedanken aufkommen, dass es doch vielleicht keine sooo abwegige Investition gewesen wäre, sich die Anti-Schall-Bose-Kopfhörer zuzulegen. Aber 400 EUR sind trotz der >12h Zugfahrt/Woche immer noch eine ganz schöne Stange Geld… Mal schauen, obe es die in Kuala Lumpur oder Phuket günstig gibt.

    Die Toilette war sauber und sehr funktionell mit Sitzauflagen, hochwertiger Seife und sogar Handlotions und Gesichtstücher. Die Wegwerf-Sitzauflagen ließen auch meine Sitzängste verschwinden und eine ziemlich effektive Abluftanlage sorgte auch bei Hochbetrieb für ein angenehmes Klima. Der Raum war auch recht groß in etwa IC-Klasse, ca. 2/3 ICE-Abmaße.

    Um ca. 18 Uhr überflog ich Afghanistan. An die BF2-Fraktion: genau mittig zwischen Kabul und Kandahar. 😉

    Die Ankunft auf dem Flughafen war dunkel (7 Uhr Ortszeit) und nass (strömender Regen bei 25°C). Der Bordcomputer zeigte übrigens 72 km bis Kuala Lumpur an. Das steht im Gegensatz zu den 55km die ich schon mal gelesen habe. Werde das bei Gelegenheit recherchieren.

    Konnte mich übrigens sofort in die neue Welt stürzen, mein Gepäck ist per „One-Shot-Through“ direkt zu meinem nächsten Flug geleitet worden. Na mal sehen, ob das gut geht. Immerhin kein Baggage-Claim und keine Aufbewahrung auf dem Flughafen und kein erneuter Check-In. Bordkarte für den Anschlussflug gab es auch gleich dazu.

    Die Erlebnisse in Kuala Lumpur stehen dann auf einem anderen Blatt.

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